.. da bleibt man doch am besten im Bett liegen..
Denkste! Zwar wäre ich gerne gestern liegen geblieben, aber ich hatte mir ja ein Ticket für die Fahrt zu den Seehundbänken mit Seetierfang gekauft, also heißts auch Aufstehen! So quäle ich mich aus dem Bett heraus, pack mir eine Dosis Wasser ins Gesicht und schau das ich zum Frühstück komme. Schließlich ists schon gleich 7.45Uhr – was im Klartext heißt, das die erste viertelstunde unsrer Zeit schon rum ist…
Am Tisch angekommen staune ich erst mal nicht schlecht, das Nadine bereits auf ist. In den 3 Wochen wo wir nun gemeinsam am Tisch sitzen, ist dass das erst mal. Aber die Verlockung des Nutellas, das Catharina (eine neue Tischnachbarin) der Gemeinschaft gesponsort hat, ist zu groß. Da ists im Bett noch so gemütlich, aber mit Nutella kann man eben Kinder glücklich machen.
Beim Frühstück allgemeiner Smalltalk, Kaffeevernichtungsaktionen (2 Kannen am Tisch ist minimum pro Morgen!) und Tagesplanungen. Die Planung von Silvie, Nadine und Mir sieht die Seehundbänke vor. Die beiden wollen morgens noch mal nach Westerland rein, die Geburtstagsgeschenke für Nadine (ein Nintendo DSI und eine “Ed Hardy”-Jacke) kaufen. Unsre Planung sagt aus, 12.50Uhr Treffpunkt Erdgeschoss Gartenhaus. Die Zeit vergeht, ich packe meine restlichen Sachen zusammen und bereite mich auf den Ausflug vor. Irgendwann geh ich dann runter und warte. Und warte. Und warte. Aber niemand kommt. Nur Sven irgendwann, der mit den beiden in der Stadt war. Eigentlich sollten die auch schon zurück sein. Aber niemand ist da. Auf dem Zimmer nicht, ans Handy geht niemand ran. Langsam bin ich frustriert und ärgere mich. Pünktlichkeit ist nicht jedermanns Stärke denke ich und warte bis etwa 13.30Uhr. Nun ists mir zu doof und ich mache mich auf den Weg nach List. Auf dem Weg dorthin noch einige Schauer, aber irgendwann reißt der Himmel auf.
In List angekommen noch ein Telefonnat mit dem Festland da ich etwa 50min Zeit habe bis das Schiff ablegt. Zumal die Great Palucca noch nicht mal im Hafen liegt, nur das Tochterboot, die Rosa Palucca. Also heißts warten. Während dessen schlendere ich durch die Nördlichste Fischbude Deutschlands, GOSCH. Was ich da sah, lässt sich nicht in Worte fassen. Zig verschiedene Arten Fisch auf Eis. Ein paar Eindrücke hierzu seht ihr rechts und unten.
Endlich ists etwa 14.50Uhr, ich steh wieder am Kai und sehe das ein Schiff reinkommt. Bei genauerem Hinsehen, wird klar, das es die Great Palucca ist, unser Schiff.
Der ehemalige Kriegsfischkutter, welcher 1940 auf Kiel gelegt wurde, ist ein uriger alter Fischkutter, etwas umgestaltet aber gut erhalten. Kurz nach 15Uhr lichten wir dann den Anker. Eine 8. Klasse ist mit an Bord, vermutlich direkt nach den Sommerferien auf Klassenfahrt, und die Jungs dürfen sich als Seemann erproben. Leinen lösen, Einsiedlerkrebse und Seesterne aus dem Vorfang dem Meer übergeben usw. Schon mal einen Fliegenden Seestern gesehen? Oder einen Flugkrebs? Nein? Ich schon. Ein wenig Schwung und schon fliegen die Meeresbewohner und dürfen zurück ins Wasser. Etwa 10 Minuten nachdem unsre Fahrt begonnen hat dürfen die Schüler nun dabei helfen, das Schleppnetz rauszuwerfen. Weitere 10 Minuten voller Seemannsgarn vergehen, ehe das Netz wieder eingeholt wird. Was es alles auf dem Boden der Nordsee gibt… Die Fahrgäste, einschließlich mir, staunen nicht schlecht, als wir den Fang sehen. Der Seemann (Erzähler? Aufklärer? Mir fällt grad kein besserer Begriff ein…) erklärt uns alles ausgiebig. Einsiedlerkrebse, Garnelen, Taschenkrebse, kleine und große Seesterne und und und… Sogar eine Auster birgt der Fang. Gespannt lauschen alle den Erzählungen. Einige Fotos folgen:








